Gedenktafel zum Untergang der Cap Arcona

Auf der Insel Poel befindet sich beim Ort Am Schwarzen Busch eine kleine Gedenktafel zum Untergang der Cap Arcona. Sie erinnert an eine der größten Schiffstragödien der Neuzeit. Diese ereignete sich am 3. Mai 1945. Britische Flieger griffen dabei in weiten Teilen der Ostsee deutsche Schiffe an. Darunter befand sich die Cap Arcona mit rund 4.500 (nach anderen Quellen bis zu 6.000) KZ-Häftlingen an Bord. Die Cap Arcona wurde schwer getroffen und versenkt. Mit ihr starben fast alle KZ-Häftlinge.

Die Häftlinge stammten aus dem KZ in Neuengamme (ggf. auch aus dem in Stutthof). Es gibt verschiedene Interpretationen, wieso die Häftlinge von den Nazi-Schergen auf das Schiff verfrachtet wurden. Unter anderem wird von Historikern vermutet, dass die Cap Arcona bewusst zur Zielscheibe für die Briten, oder die Häftlinge auf See sogar in Massen getötet werden sollten.

Da die Cap Arcona keine weiße Flagge als Zeichen für einen Flüchtlingstransport gehisst hatte und zudem mit Waffen bestückt war, geriet sie schnell ins Visier der britischen Flieger, die der Cap Arcona starke Treffer versetzten. Das brennende Schiff legte sich als Folge der Angriffe auf die Seite. Wer konnte, versuchte sich zu retten. Doch die Wassertemperatur der Ostsee betrug weniger als zehn Grad Celsius und forderte entsprechend viele Menschenleben. Außerdem beschossen die Flieger im Glauben, dass es sich um deutsche Soldaten handelt, die Schiffbrüchigen zusätzlich. Nur rund 400 Menschen überlebten.

Die Ostsee spülte 28 der Leichen an die Küste von Poel. Diese wurden in Kirchdorf zur Ruhe gesetzt. Am Schwarzen Busch errichteten die Bewohner kurz nach dem Krieg eine kleine Gedenkstätte. Eine Tafel berichtet über die Geschichte des Untergang der Cap Arcona und erinnert an die Opfer. Die Gedenkstätte ist 1979 neu gestaltet worden. Eine Ausstellung im Heimatmuseum in Kirchdorf hat sich der Tragödie ebenfalls angenommen.

Ein Kommentar

  1. Überlebende der Cap Arcona und Thielbeck Tragödie, die es trotz der eiskalten Wassertemperaturen ans Ufer schafften, wurden in Neustadt, Sierksdorf und Haffkrug vom Volkssturm mit Knüppeln und Waffen wieder ins Wasser getrieben.
    Eine in der christlichen Seefahrt nie dagewesene Grausamkeit, Refugees Welcome

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